Andacht Frühling 2022

Liebe Gemeinde in Rüdinghausen und Schnee

Presbyter

Oliver Euler ist einer von über 5.000 PrebyterInnen der westfälischen Kirche. Zweimal  wurde der Familienvater gefragt, ob er ehrenamtlich im Presbyterium der Kirchengemeinde Rüdinghau-sen/Schnee, also dem Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde, mitarbeiten würde. Beim dritten Mal sagte er „Ja“. Und warum?


O. Euler: „Zum einen, weil ich wiederholt gefragt worden bin und zum anderen, weil es die logische Folge war aus meinem Engagement im Kindergarten als Elternbeiratsmitglied und dann als Gründungsmitglied des Fördervereins.“

Seit 2019 entscheidet er mit den anderen Presbyterinnen und Presbytern, welchen Weg unsere Kirchengemeinde im Ort eingeschlagen soll. Und das ist eine herausfordernde Aufgabe.

O. Euler: „Es ist eine gemeinsame Führungsarbeit und es ist momentan so, dass die Mittel natürlich wenig sind, die finanziellen Mittel oder auch die Unterstützung durch die Kirchenmitglieder. Relativ wenige en-gagieren sich dort und das wieder anzuschieben, auch gerade in Corona-Zeiten, ist eine besondere Herausforderung.“

Doch gerade diese Herausforderungen reizen ihn. Mit einer Fundraising-Aktion vor Weihnachten sorgte er gemeinsam mit Tatjana Jütte, Volker Buschmann und dem Presbyterium dafür, dass innerhalb kürzester Zeit über 15.000 Euro für die Dachsanierung der Kirche in Rüdinghausen gesammelt wurden.

O. Euler: „Spaß macht zu sehen, dass man doch durchaus erfolgreich sein kann, wenn es zum einen darum geht Leute zu bewegen wieder aktiv zu werden oder auch wenn man jetzt über das Fundraising mehr Leute an sich binden kann, an die Kirchengemeinde und sieht was für Resultate dabei rauskommen. Das ist schon ein besonderes Gefühl.“

Dabei hat das Presbyterium seiner Einschätzung nach einiges bewegt, gerade auch in der Corona-Zeit:

O. Euler: „Ich bin begeistert, dass wir in der Corona-Zeit vieles Neues gemacht haben, digital unterwegs waren, aber auch analoge Sachen wie zu Ostern die Osterspaziergänge angeboten haben und was Neues gewagt haben. Und wenn ich mit anderen aus anderen Gemeinden spreche, dann sind wir sehr gut dabei und haben viel bewegt und bewirkt.“

Und welche Aufgaben müssen in Zukunft angepackt werden?

O. Euler: „Zum einen indem man das Angebot mal überdenkt und vielleicht auch neue Dinge wagt, aber auch das Kirche sich von Altem trennt und insbesondere auch in die sozialen Medien geht. Also wir haben den Gemeindebrief, als altes Medium, wir haben Aushänge, aber das wir in den sozialen Medien unterwegs sind, ist eigentlich noch unterrepräsentiert. Und wenn wir nicht an die Menschen herangehen, können wir auch nicht erwarten, dass die Menschen zu uns kommen.“

Oliver Euler ist es wichtig, dass die Kirche auch in Zukunft bei den Menschen bleibt.

O. Euler: „Also die Kirche wird es schwer haben in Zukunft, aber sie muss halt den richtigen Weg einschlagen und vor allen Dingen vor Ort präsent bleiben und da sehe ich momentan doch einen gewissen Rückzug aus der Fläche und das ist aus meiner Sicht eine Entwicklung, die man zurückschrauben muss. Also wir müssen vor Ort bei den Menschen bleiben und nur so können wir Kirche bewahren und Kirche leben“.


Ihr Pfr. Carsten Griese