Andacht Herbst & Winter 2021/2022

Liebe Gemeinde in Rüdinghausen und Schnee

Seit dem 1. Oktober ist Vikarin Luisa Großelohmann bei uns in der Gemeinde aktiv. Ein Begrüßungsgottesdienst findet am 31. Oktober statt. Pfarrer Carsten Griese betreut ihr Vikariat und hat sie zu ihrem Werdegang und ihren Zukunftsplänen interviewt:

Welche Rolle spielte die Kirche für Dich in Deiner Biographie?
Die Kirche hat im Verlauf meines Lebens unterschiedlichen Einfluss auf meine Biographie. Ich bin getauft worden, war in einem evangelischen Kindergarten und habe Kirche z.B. über Kindergottesdienste als normalen Bereich des Lebens kennengelernt. Mit der Konfirmation habe ich begonnen mich mit meiner Zugehörigkeit zur Kirche und meinem Glauben intensiver auseinanderzusetzen. In dieser Phase habe ich die Gemeinschaft schätzen gelernt und mich gerne in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Generell war Kirche und besonders der Gottesdienst häufig ein beschützender Faktor in meinem Leben, der mir einerseits Halt gegeben hat. Andererseits entstand das Interesse mich mit den Fragen des Glaubens auseinanderzusetzen.


Warum hast Du Dich für das Theologiestudium entschieden?
Ich wollte das mal ausprobieren. Besonders durch meine Erfahrungen während der Konfirmationszeit entwickelte ich ein Interesse für Kirche, Gemeinde und Glauben. Hinzu kamen meine eigenen Vorlieben: ich mag es zu Lesen und mich intensiv mit Texten auseinanderzusetzen. Dabei entwickelte ich den Wunsch Pfarrerin zu werden und mir diesen Beruf zuzutrauen je mehr Freude ich am Theologiestudium hatte.


Was hat Dir im Studium Spaß gemacht?
Im Grundstudium, der ersten Phase des Studiums, war vor allem das Lernen der Sprachen Griechisch, Hebräisch und Latein eine große Herausforderung, die trotz des vielen Lernens Spaß gemacht hat. Dabei habe ich gerne Veranstaltungen zum Neuen und zum Alten Testament belegt und mich intensiv mit den biblischen Texten auseinandergesetzt. In der zweiten Phase des Studiums, dem Hauptstudium, stieg mein Interesse an den praktischen Fragen der Theologie, z.B.: Wie schreibe ich eine Predigt? Das Schreiben meiner ersten Predigt hat mir dann einen neuen Zugang eröffnet: Es macht mir viel Spaß in der Predigt den Dialog von christlichem Glauben und Herausforderungen des Lebens aufzunehmen.


Was motiviert Dich Pfarrerin zu werden?
Grundsätzlich motiviert mich die Erfahrung, dass der christliche Glaube seine Relevanz im Alltag zeigt. Im Leben aus Hoffnung kann der Glaube z.B. bei der Bewältigung von Herausforderungen und Krisen zur wichtigen Stütze werden. Außerdem zeigte sich im christlichen Glauben für mich immer wieder ein Befreiungspotential, das den Alltag heilsam verändern kann. Mich reizt es im
Pfarrberuf dazu beizutragen, Gemeinschaft auf dieser Basis zu gestalten. Dabei motiviert mich außerdem an den großen Herausforderungen, die auf die Kirche zukommen, mitzuarbeiten und den Wandel von Kirche kreativ mitzugestalten.


Was erwartet Dich im Vikariat? (Wie ist die Ausbildung aufgebaut?)
In der ersten Zeit erwartet mich zunächst das Vikariat in der Schule. Bis Ende Februar werde ich lernen Religion zu unterrichten und die meiste Zeit in der Schule verbringen. Ab Ende Februar beginnt dann die Gemeindezeit, in der ich die Gemeinde näher kennenlernen darf. Während des gesamten Vikariats, das 2 ½ Jahre dauert, werde ich immer wieder für einige Wochen mit den anderen Vikarinnen und Vikaren der Landeskirche zusammenkommen und gemeinsam im Seminar arbeiten.


Worauf freust Du Dich?
Ich freue mich besonders darauf die Gemeinde kennenzulernen, auch wenn die intensive Phase erst nächstes Jahr Ende Februar beginnen wird. Dabei bin ich neugierig den Gemeindemitgliedern zu begegnen, freue mich darauf Neues zu lernen und viel auszuprobieren. Nachdem ich nun schon eine Woche mit den anderen Vikarinnen und Vikaren der Landeskirche verbracht habe, kann ich auch sagen, dass das gemeinsame Arbeiten und Lernen im Vikariatskurs viel Spaß macht und ich mich auch für die Zukunft darauf freue.


Gibt es auch Befürchtungen?
Wir müssen am Ende des Vikariats Prüfungen ablegen und daher löst der Blick auf meinen Ausbildungsplan manchmal Befürchtungen in mir aus. Weil ich erst Anfang September die letzten Prüfungen meines Studiums hatte, fällt es mir schwer, erneut an eine Prüfungsphase zu denken (auch wenn bis dahin noch etwas Zeit vergeht).

Ihr Pfr. Carsten Griese und Vikarin Luisa Großelohmann